Standesämter für Homo-Ehe gerüstet

Auch, wenn sich innerhalb der ÖVP zahlreiche prominente Politiker wehren, die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare am Standesamt schließen zu lassen: Die Standesämter sind dafür gerüstet. „Ich habe überhaupt keine Bedenken, das bei allen Standesämtern anzubieten“, sagt Hannes Schlacher, Präsident des Fachverbandes der Standesbeamten, im Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“.

Das Argument der Volkspartei, kleine Standesämter könnten überfordert sein, weil bei ihnen homosexuelle Paare nur selten den Bund fürs Leben eingehen werden, weist Schlacher im Standard-Gespräch zurück. „Die Standesbeamten sind geschult und bilden sich laufend weiter.“ Rechtlich sei es „viel anspruchsvoller“, wenn eine Ehe zwischen In- und Ausländern eingegangen wird. „Da muss man sich über die Rechtslage in den einzelnen Staaten kundig machen.“

Und die Standesbeamten würden gleichgeschlechtliche Partnerschaften gern besiegeln. Eine Eintragung bei den Bezirkshauptmannschaften, wie es einige ÖVP-Politiker gerne hätten, wäre für Schlacher „auf jeden Fall ein Systembruch“. Mit Ausnahme des deutschen Bundeslandes Bayern sind außerdem in ganz Europa die Standesämter für diesen Akt zuständig.