Russlands religiöse Führer gegen Gay Pride

In seltener Eintracht hat sich der Zwischenreligiöse Rat Russlands, der christliche, islamische, jüdische und buddhistische Würdenträger vereinigt, gegen die heurige Moskauer Gay Pride Parade ausgesprochen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Novosti.

In einem Brief wendet sich der Rat an Thomas Hammarberg, Menschenrechtskommissar des Europarats. Sie fordern ihn auf, den Marsch am 31. Mai nicht zu unterstützen. Die religiösen Führer meinen, eine Unterstützung könne „eine Trennlinie zwischen Russland und dem Europarat ziehen.“ Der Gay Pride wiederspräche den religiösen Überzeugungen der gläubigen Russen.

Neben der Unterstützung aus dem Europarat haben die Organisatoren des Moskauer Gay Pride in diesem Jahr auch die schwulen Bürgermeister Klaus Wowereit aus Berlin, Bertrand Delanoë aus Paris sowie das homofreundlichen Londoner Stadtoberhaupt Ken Livingstone eingeladen, am Gay Pride teilzunehmen. Im vergangenen Jahr haben bereits Abgeordnete aus diversen Parlamenten sowie EU-Parlamentarier beim Gay Pride teilgenommen. Eine Versammlung der Schwulen und Lesben in der Innenstadt endete mit Verletzten und Verhaftungen.