Home Politik Inland Bounty Killer: Veranstalter uneinsichtig

Bounty Killer: Veranstalter uneinsichtig

"Wollen Kontext entstehen lassen"

Bounty Killer
Stefan Klauke - CC BY-SA 2.0

Die Veranstalter des „Bounty Killer“-Konzerts im Wiener Volksgarten sehen keinen Grund, das Konzert des homophoben Hass-Sängers abzusagen.

„Nur fünf Prozent der Texte sind homophob“

In einer Stellungnahme an die HOSI Wien, die GGG.at vorliegt, heißt es wörtlich: „Bei aufmerksamer Recherche der Diskographie von Bounty Killer konnten wir feststellen, dass der Anteil an homophoben Texten weniger als 5% seines Gesamtrepertoires‘ umfassen. Der vorwiegende Teil seiner Songs handelt von sozialer Ungerechtigkeit, Missständen, Armut und Korruption. Deshalb empfinden wir die Bezeichnung als reiner Hasssänger als bisschen übertrieben.“

Die Veranstalter sind sich eigenen Angaben zufolge der heiklen Situation bewusst. Im Vorfeld haben sie eine Zusage des Künstlers eingeholt, dass keinerlei homophobe, sexistische oder zur Gewalt aufrufenden Texte dargeboten werden. Außerdem wollen sie „einen Kontext zwischen den betroffenen Parteien entstehen lassen“. Auch deshalb sind sie gegen eine Absage des Konzertes.

„Bei einer Konzertabsage würde sich nichts ändern“

„Im Falle einer Konzertabsage würde der Künstler nach Jamaika heimkehren und es hätte sich im Grunde garnichts geändert“, so die Veranstalter. Allerdings: Kontakt mit der Hosi Wien oder anderen Organisationen, um diesen „Kontext“ entstehen zu lassen, haben sie nach Informationen von GGG.at keinen aufgenommen.

Nach Protesten der HOSI Wien hat die städtische Jugendinfo „Wien Xtra“ das Konzert von Bounty Killer aus dem Vorverkauf genommen. Einige lesbischwule Gruppen überlegen sich, beim Konzert mit einer Protestaktion auf sich aufmerksam zu machen. Der Volksgarten als Veranstaltungsort hat bisher zu den Vorgängen rund um das Konzert noch keine Stellung genommen.

Die mobile Version verlassen