OÖ: Kein Webdesign für Lesben

Eine Community-Website für Lesben und Schwule wollen die 22-jährige Tanja Horner und ihre gleichaltrige Freundin Sonja Wenzler auf die Beine stellen. Bei der Suche nach einem Webdesigner mussten sie eine böse Überraschung erleben.

Von den 40 Firmen, die sie angeschrieben hatten, antworteten sechs mit einem konkreten Angebot. Markus M., der eine Agentur im oberösterreichischen Nussbach betreibt, antwortete anders: „Sehr geehrte Frau Horner, wir müssen leider von einem Angebot absehen, da wir die Krankheit Ihrer Zielgruppe nicht unterstützen!“, schrieb M.

„Wir waren beleidigt und schockiert“, erinnert sich Sonja Wenzler im Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“. In den „Oberösterreichischen Nachrichten“ bleibt M. bei seiner Meinung: „Ich stehe hinter meiner Antwort. Ich sehe das als Krankheit und damit ist die Sache für mich erledigt.“ Aus reiner Freundlichkeit habe er die Ablehnung auch begründet.

Diese Einstellung wird nachvollziehbar, wenn man einen kurzen Blick auf M.s Firmen-Homepage wirft: Unter „Referenzen“ sind eine Reihe Aufträge evangelisch-fundamentalistischer Gruppen und Stellen angeführt.

Rechtliche Konsequenzen hat eine Absage mit dieser Beleidigung nicht: „Es ist zwar eindeutig eine Diskriminierung, aber verboten ist sie nicht“, so Rainer Bartel von der HOSI Linz.