Schweizer Christen gegen Aidshilfe-Plakate

Viel zu heiß ist die neue Kampagne des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Aidshilfe Schweiz für die konservative „Junge Evangelische Volkspartei“ (jevp). Sie hat die Plakate deshalb überklebt. „Das ist eine neue Eskalationsstufe“, sagt Niklaus Hari, Generalsekretär der jevp, der Schweizer Zeitung „20minuten“. „Kopulierende Paare hat man auf Schweizer Plakatwänden wirklich noch nie gesehen. Die Kampagne suggeriert mit den Pärchen im sexuellen Akt, dass es in jeder Situation unbedenklich ist, Sex zu haben. Das widerspricht doch genau dem Präventionsgedanken. Man sollte doch auch noch mit dem Kopf bei der Sache sein und an Präservative denken.“, meint Hari.

Deshalb haben die christlichen Aktivisten wieder entfernbare Warnaufkleber auf die Werbeplakate angebracht. Auf ihnen steht „Jugendgewalt und Sexualstraftaten wurzeln unter anderem in der Übersexualisierung unserer Gesellschaft“. „Ich höre schon die Kinder ihre Eltern fragen: Was machen die da? Das Sujet ist sicher nicht geglückt.“, ist Hari über den moralischen Verfall der Eidgenossen besorgt.

Beim Bundesamt für Gesundheit sieht man das nicht so: Adrian Kammer, Leiter Kampagnen des BAG erklärt: „Die Kampagne spricht Sex in Ausnahmesituationen an – während Geschäfts- oder Ferienreisen, an Partys im Zusammenhang mit Drogen und Alkohol. Um das zu verdeutlichen, ist diese Bildsprache nötig.“ Die Stop Aids-Kampagnen des BAG hätten von Beginn weg die Dinge beim Namen genannt. „Wir haben immer in Bild und Wort ausgedrückt, worum es eigentlich geht. Das ist bei der aktuellen Kampagne genau so. Sonst hätten wir sie nicht in dieser Form kreiert und ausgehängt“, betont Kammer.