Schweiz: Bounty-Killer-Konzert ohne schwulenfeindliche Parolen

Dancehall-Sänger hielt sich an entsprechende Abmachung

Schweiz Regenbogen
Eyvind Solstad/Flickr - CC BY 2.0

Der für seine schwulenfeindlichen Songs bekannte Dancehall-Sänger Bounty Killer hat es bei seinen Schweizer Konzerten in Freiburg und Zürich geschafft, seine Fans auch ohne schwulenfeindliche Texte zu begeistern. Nach Angaben des Veranstalters hat er sich an eine entsprechende Abmachung gehalten.

In Deutschland waren zuvor nach Protesten drei Konzerte der laufenden Tournee abgesagt und gegen den Jamaikaner Strafanzeige eingereicht worden, auch das für Wien geplante Konzert fand nicht statt. In Songs wie „Drop Bullet“ ruft Bounty Killer dazu auf, Homosexuelle zu verbrennen und zu erschießen.

Bounty Killer verpflichtete sich, in der Schweiz nicht gegen sexuelle Minderheiten zu hetzen

Für seine beiden Schweizer Konzerte unterschrieb der Sänger eine Unterlassungserklärung. Die Freiburger Veranstalter verteilten darüber hinaus an alle Konzertbesucher Flyer mit einem Appell an Toleranz: Homophobe Äußerungen würden absolut nicht geduldet. Die Organisatoren hatten den Text zusammen mit der Schwulenorganisation Pink Cross ausgearbeitet.

Die Wiener Veranstalter haben entsprechende Anfragen lesbischwuler Organisationen hingegen ignoriert, bei seinem Konzert in München hat Bounty Killer sich Augenzeugenberichten nicht an eine ähnlich Abmachung gehalten.

Das Freiburger Konzert besuchten etwa 750 Reggae Fans jeden Alters. Weil Bounty Killer auf seiner Tournee nicht nach Frankreich komme, seien viele Franzosen extra nach Freiburg gereist, hieß es.