Schwule Schotten wollen Blut spenden

Eine Petition von lesbischwulen Aktivisten, die das Blutspendeverbot für Schwule in Schottland kippen wollen, wird nun im entsprechenden Ausschuss des schottischen Parlaments diskutiert.

Für die Aktivisten ist das Verbot diskriminierend, weil schwule Männer, die ausschließlich Safer Sex praktizieren, nicht spenden dürfen, während für heterosexuelle Männer, die ungeschützen Sex haben, keine Beschränkungen gelten. Das Scottish National Blood Transfusion Service (SNBTS), die zentrale Blutbank für Schottland, begründet diese Maßnahme mit der Verpflichtung, Patienten das sicherste Blut zu geben, das sie bekommen können.

Ein Sprecher des „LGBT Network“ sagt: „Das generelle Verbot für schwule und bisexuelle Männer, Blut zu spenden, ist eine altmodische Regel, die vor Jahrzehnten eingeführt wurde, als die Leute noch geglaubt haben, AIDS sei eine rein schwule Krankheit. Es gibt keinen medizinischen Grund mehr für dieses generelle Verbot. Das SNBTS soll stattdessen einen Schwerpunkt auf unsichere Sexpraktiken legen statt einfach Schwule und bisexuelle Männer auszusortieren“.

Brian McClelland vom SNBTS entgegnet: „Sogar die besten Tests für Hepatitis und HIV, mit denen jede Blutspende getestet wird, können eine Infektion nicht vollkommen ausschließen. Also ist es ein wichtiger erster Schritt – und eine Anforderung der britischen Gesetze – Blutspenden zu verhindern, wenn das Risiko an übertragbaren Krankheiten erhöht sein könnte. Mehr als 60% aller HIV-Fälle in Großbritannien betreffen schwule Männer. Männer, die mit Männern schlafen, haben auch häufiger andere durch Blut übertragbare Krankheiten wie Hepatitis B und Syphilis. Die Zahl der Syphilisfälle ist von 2002 bis 2006 um 117 Prozent gestiegen.“

Das Blutspendeverbot für schwule Männer aufzuheben wäre deshalb für McClelland ein höheres Risiko, infiziertes Blut weiterzugeben, weil HIV im Frühstadium zum Beispiel durch die Tests nicht erkannt werden kann.