Kolumbien: Gericht stärkt gleichgeschlechtliche Paare

Der Oberste Gerichtshof Kolumbiens hat entschieden, dass die Regierung im Pensionsrecht gleichgeschlechtliche Paare mit Ehepaaren gleichstellen muss. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW). Bereits Ende letzten Jahres hat das Gericht entschieden, dass im Krankenversicherungsrecht gleichgeschlechtliche Paare ebenfalls gleich behandelt werden müssen. Grund dafür ist das in der Verfassung festgeschriebene Diskriminierungsverbot. Außerdem verstoße die Ungleichbehandlung gegen die Menschenwürde, die auch Teil des internationalen Rechts sei.

„Gleichgeschlechtliche Partner haben jetzt in Kolumbien mehr Grundlagen, die ihnen gleiche Rechte garantieren“, sagt José Miguel Vivanco von HRW.

Die Richter erklärten aber in ihrer Begründung auch, dass durch dieses Urteil nicht automatisch Eingetragene Partnerschaften eingeführt werden müssen.

In den letzten zehn Jahren haben die Parlamentarier in Kolumbien sechs Mal versucht, die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen, scheiterten aber in den Ausschüssen. Die mächtige katholische Kirche hat Abgeordnete gewarnt, dass ihnen das Abendmahl verwehrt werden könnte, wenn sie für die Homo-Ehe stimmen. Präsident Álvaro Uribe erklärte aber, dass er ein Gesetz zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften unterschreiben würde.