Schwulen-Demo: Volker Beck in Moskau festgenommen

Volker Beck, Deutscher Bundestagsabgeordnete für die Grünen, ist am Wochenende in Moskau eine Stunde lang von der Polizei festgehalten worden. Das teilte der Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Christoph Schmitz, mit. Beck wollte auf dem Moskauer Bürgermeisteramt zusammen mit anderen EU-Abgeordneten und Schwulen-Aktivisten eine Petition zur Versammlungsfreiheit übergeben, als er mit weiteren Homosexuellen-Aktivisten festgenommen wurde.

Vor seiner Festnahme wurden Beck und die anderen Demonstranten von Teilnehmern einer Gegendemonstration mit Eiern und Tomaten beworfen. Die russischen Beamten haben bestritten, dass es sich um eine Festnahme handelt. Sie hätten es als „Maßnahme zu ihrer Sicherheit“ bezeichnet. Allerdings haben sie – wenig sicherheitsbedacht – die Demonstranten geschlagen und ihnen die Pässe abgenommen. Beck und die anderen Demonstranten durften den Platz auch nicht verlassen. Schließlich wurden Beck und einige Begleiter von Angehörigen der französischen Botschaft, die vor Ort gewesen waren, zu ihren Hotels eskortiert. Im vergangenen Jahr war er bei einer ähnlichen Veranstaltung vor dem Moskauer Rathaus zusammengeschlagen worden.

Die Moskauer Polizei nahm mehrere Demonstranten vor dem Rathaus fest. Die Beamten seien mit grober Gewalt gegen demonstrierende Lesben und Schwule vorgegangen, berichtete der Radiosender „Echo Moskwy“. Die Polizei hatte das harte Vorgehen bereits angekündigt. Nationalisten, Kommunisten und religiöse Aktivisten hatten im Vorfeld gegen die Parade mobil gemacht. Die „Gay-Pride-Parade“ war von den Behörden nicht genehmigt worden.

Zu der Kundgebung in der Innenstadt fanden sich auch dementsprechend lediglich einige dutzend Lesben und Schwule ein. Sie standen hunderten russischen Ultranationalisten entgegen. Einige von ihnen sind dabei auf die Demonstranten losgegangen und haben sie geschlagen.

Homosexualität ist in Russland zwar seit 1993 legal. Allerdings werden Lesben und Schwule im Alltag oft diskriminiert und angegriffen. Der Marsch war auch im letzten Jahr verboten worden. Als Lesben und Schwule trotzdem durch die Stadt zogen, wurden sie von Sicherheitskräften, militanten orthodoxen Christen und Neonazis attackiert. Dabei war auch Beck von Rechtsradikalen angegriffen und verletzt worden.

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