Polen: „Miss Teletubby“ tritt zurück

Ewa Sowinska, Chefin der nationalkatholischen „Liga polnischer Familien“ (LPR), wird ihren Posten als polnische Kinderbeauftragte mit 30. Juni räumen. Sie ist nach einem Treffen mit Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski formell zurückgetreten. Seit Monaten fordert die rechtsliberale Regierungspartei „Bürgerplattform“ (PO) ihrw Entlassung.

Internationale Schlagzeilen machte Sowinska vor allem durch ihre Kritik an der Kinderserie „Teletubbies“, als sie Tinky Winky wegen seiner Damenhandtasche eine homosexuelle Lebensweise attestierte.

Die Entscheidung Sowinskas kam überraschend. Noch vor einigen Tagen hatte sie Abgeordneten, die ihre Entlassung fordern, mit einer Gerichtsklage gedroht. Durch ihre Teletubby-Kritik war Sowinska im Ranking der „Idioten des Jahres“, die von der „Washington Post“ zusammengestellt wird, auf Rang drei gelandet. Vor kurzem startete die LPR-Chefin eine Initiative, die fordert, dass Geschlechtsverkehr nur mit Personen ab 18 Jahren erlaubt sein soll. Außerdem schlug Sowinska vor, eine Liste mit Berufen zu erstellen, die Homosexuellen verschlossen bleiben sollen, darunter der Beruf des Lehrers.