Lettland: CSD im umzäunten Park

Von einem freien Marsch wie in anderen Ländern können Lesben und Schwule in Lettland nur träumen. Dort hat die Regierung empfohlen, den im Mai in der Hauptstadt Riga geplanten CSD in einem umzäunten Park stattfinden zu lassen. Damit sollen Konfrontationen vermieden werden, so Ministerpräsident Ivars Godmanis und Integrationsminister Oskars Kastens. Im Vermanes-Park könnten die Teilnehmer gegen die angekündigten Protestaktionen von CSD-Gegnern geschützt warden, so die Politiker.

Der CSD in Riga war in den letzten Jahren nicht ohne Gewalt abgelaufen: Letztes Jahr fand der CSD unter großem Polizeiaufgebot in der Innenstadt von Riga statt, im Jahr zuvor war es zu Kampfszenen bei einem schwul-lesbischen Gottesdienst gekommen, nachdem der CSD kurzfristig verboten worden war.

Nach einer aktuellen Umfrage der Europäischen Union gehört Lettland zu den Ländern, die Homosexualität am meisten ablehnen. Insbesondere Vertreter der katholischen Kirche polemisieren im Land gegen Schwule und Lesben. So hat der Chef der Katholiken, Kardinal Janis Pujats, Ende letzten Jahres die Regierung aufgefordert, Homosexuellen generell den Zugang zu öffentlichen Ämtern zu verweigern.