Adieu, Cadinot

Einer der ganz Großen der schwulen Pornoszene ist tot. Regisseur Jean Daniel Cadinot ist letzten Mittwoch im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Sein Studio ist eines der bekanntesten der Welt. Seine Karriere in der schwule Pornoindustrie begann 1972 mit Nacktfotos. In den nächsten sechs Jahren veröffentlichte er 17 Bücher, die sich einige hunderttausend Mal verkauften. Dann wollte er Geschichten mit bewegten Bildern erzählen: Seit 1980 drehte er rund 70 schwule Pornos.

Seine Werke haben sich stets von der Massenware abgesetzt, weil er besonderen Wert auf die Geschichte und die künstlerische Darstellung legte. So galt er – als einer der wenigen seines Faches – als Meister darin, seine Figuren Individualität zu verleihen. Auch Humor und Ironie setzte seine Filme von vergleichbaren Produktionen ab.

Der Tod Cadinots würde auf der Website seines Studios veröffentlicht. „Wenn Ihr das lest, werde ich die Kamera niedergelegt, die Lichter ausgemacht, die Vorhänge geschlossen und meine letzte Verbeugung gemacht haben.“, schreibt Cadinot in seinem Blog. Die Lebensfreude Cadinots wird mit folgenden Worten zusammengefasst: „Ein erregierter Phallus ist ein Symbol des Lebens; ein Kreuz ist ein Symbol des Todes.“