Israel: Razzia in Schwulensauna

Am Samstag hat die Polizei von Haifa eine Razzia in einer Schwulensauna durchgeführt. Dabei wurden elf Männer verhaftet. Sie werden der Prostitution beschuldigt. Nach Angaben der Behörden wäre die Sauna sei ein Bordell gewesen.

Einer der verhafteten Saunagänger wurde festgenommen, als er gerade – ohne Bezahlung – mit einem anderen Mann in einer Kabine war. Die Polizisten sagten ihm, mit dem Bezahlen des Eintritts in Höhe von 50 Schekel, das sind umgerechnet 9 Euro, habe er sich des Erwerbs sexueller Dienstleistungen schuldig gemacht.

Die israelische Homo-Gruppe Aguda protestierte scharf gegen die Razzia: „Zu sagen, dass dieser Ort Prostitutionsdienstleistungen anbietet, ist einfach dumm“, so der Mike Hammel, Chef von Aguda. „Nur in Haifa kommen die Behörden zu einem Ort für Schwule, treiben Menschen hinaus wie eine Herde Tiere und werfen ihnen Prostitution vor.“

Ein Sprecher der Polizei erklärte, man habe „genug Beweise gesammelt“, um die Verhafteten zu überführen. „Das ist kein Eingriff in die Privatsphäre, sondern die Schließung eines Bordells.“ Die Polizei in Israel hat in den letzten Wochen bereits Dutzende Bordells schließen lassen. Jetzt ging sie erstmals gegen eine Schwulensauna vor. In Israel ist Prostitution zwar erlaubt, Bordelle sind dort aber illegal.