Freitag, 19. Juli 2024
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„Notwehr-Mord“ vor 18 Jahren: Täter gefasst

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Jede Menge Fragen wirft ein Mord auf, der vor fast 18 Jahren begangen und letzte Woche durch Zufall geklärt wurde. Damals wurde ein 48 Jahre alter Mann in einem Wiener Hotelzimmer erdrosselt. Mutmaßlicher Täter: Ein heute 35 Jahre alter Rumäne. Er wurde im Rahmen einer Schengenkontrolle angehalten, nachdem er aus Deutschland eingereist war. Eine Passkontrolle blieb zunächst ohne Ergebnis, da der Rumäne hatte den Namen seiner Frau als Tarnung angenommen hatte.

Im werden weiters Diebstähle im Raum Linz zur Last gelegt, ein Gericht in Graz hat über den Mann ein Aufenthaltsverbot verhängt, so die Sicherheitsdirektion.

Für den Mord vor 18 Jahren wird der Mann aber vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wien verantwortet sich der Rumäne mit Notwehr. Er sei vom späteren Opfer in das Hotelzimmer mitgenommen und dort mehrfach vergewaltigt worden.

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Die Geschichte des Mannes wirft aber einige Fragen auf: Warum bekommt in einem Hotel niemand etwas von einer „mehrfachen Vergewaltigung“ mit? Was macht ein damals 18-Jähriger im Hotelzimmer eines 48-Jährigen? Und warum hat der mutmaßliche Täter nach einer mehrfachen Vergewaltigung durch einen offenbar stärkeren Mann noch die Kraft, diesen mit einem Gürtel zu erdrosseln?

Fragen, die sich sie Staatsanwalt Wien offenbar nicht stellt. „Wie es derzeit aussieht, läuft das Verfahren auf Notwehr hinaus und wird wahrscheinlich eingestellt“, so der Sprecher der Behörde, Gerhard Jarosch.