Sizzla: Einreiseverbot nach Österreich?

Auch das zweite Konzert eines schwulenfeindlichen Dancehall-Sängers in Wien dürfte den europaweiten Einreiseregelungen zum Opfer fallen. Wie das Deutsche Innenministerium mitteilte, hat das für die Visaerteilung zuständige Außenministerium auch für Sizzla „die erforderlichen ausländerrechtlichen Maßnahmen zur Verhinderung einer Einreise in den Schengen-Raum getroffen“. Darum hatte der Deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) vor gut einem Monat gebeten.

Sizzla, der mit bürgerlichem Namen Miguel Collins heißt und jamaikanischer Staatsbürger ist, hat zwar den Reggae Compassionate Act unterschrieben. Das hat er allerdings in seiner Heimat bestritten, er ruft weiterhin in mehreren seiner Songs zum Mord Schwulen auf. Sein Name wurde jetzt offenbar ins Schengener Informationssystem (SIS) gestellt. Das heißt, dass er nicht in den Schengen-Raum, zu dem auch Österreich gehört, einreisen kann. In diese Datenbank werden Personen eingetragen, die im Schengen-Raum unerwünscht oder zur Fahndung ausgeschrieben sind. Auch das Außenministerium hatte den LSVD telefonisch informiert, dass die Einreise nicht erwünscht sei, da die deutsche Botschaft in Kingston bestätigt habe, dass der Interpret vor allem volksverhetzende Titel im Programm habe.

Sizzla sollte am 12. Mai im Planet Music in Wien auftreten. Veranstalter und Planet Music haben bisher keinen Grund gesehen, das Konzert abzusagen.