Jetzt dokumentiert: Schwule und Lesben in der „Bravo“

Für viele ist die Jugendzeitschrift „Bravo“ der erste Kontakt mit Fragen zur Sexualität. Experten wie Dr. Sommer haben nicht nur unter Jugendlichen Kultcharakter. Doch wie die Jugendzeitschrift mit dem Thema Homosexualität umgeht, ist bisher kaum erforscht.

Erwin in het Panhuis, Historiker vom „Centrum für schwule Geschichte“ in Köln, hat sich dem Thema angenommen. Er forstete „mit wissenschaftlichem Anspruch“ durch die Archive der „Bravo“ auf der Suche nach Beiträgen zum Thema Homosexualität. Dabei hat er sich neben homosexuellen Stars vor allem das Thema Aufklärung als Schwerpunkt gesetzt.

In den 50er und 60er Jahren war Homosexualität ein absolutes Tabu. Die übliche Antwort auf Briefe zum Thema Homosexualität lautete, dass homosexuelle Gefühle immer „eine Phase“ seien. Etwas liberaler wurden die Antworten der „Bravo“ unter Dr. Martin Goldstein, alias Dr. Sommer.

Die Schlußfolgerung von in het Panhuis: Homosexualität wird über die Jahrzehnte zwar enttabuisiert, aber komplett salonfähig scheint das Thema in der Zeitschrift nicht zu werden. Jüngstes Beispiel: Im neuen Jahrtausend gab es die „Regenbogenseiten“ zu Themen wie dem Christopher Street Day. Die Kolumne wurde jedoch wieder eingestellt.