Russische Rechte wollen Strafen für Schwule

Eine ultranationalistische russische Gruppe von Monarchisten hat vor einem Konzert des russischen Sängers Boris Moiseyev in Kaliningrad demonstriert, weil er offen schwul ist. Die Gruppe hat dabei gefordert, Homosexualität wieder unter Strafe zu stellen.

„Diese Demonstration zeigt unser Verlangen, Paragraph 121 des Strafgesetzbuches der russischen Föderation wieder einzuführen, der Strafen für Homosexualität vorgesehen hat“, erklärt Alexander Klementjew, Chef der Nationalistengruppe. Homosexualität wurde in Russland 1993 legalisiert, seit 1999 steht sie auch nicht mehr auf der Liste der Geisteskrankheiten.

Allerdings kämpft die religiöse Rechte gegen die Rechte von Lesben und Schwulen. Auch die Kommunisten sind schwulenfeindlich. Gennadi Zjuganow, Chef der Kommunistischen Partei, sagt, dass Homosexualität den nationalen russischen Traditionen entgegenläuft. Auch von der Regierungspartei kommt keine Unterstützung für Lesben und Schwule. Der Moskauer Bürgermeister hat den CSD in den letzten Jahren mit der Begründung verboten, die Veranstaltung sei satanistisch.

Lesbischwule Aktivisten müssen in Russland Einschüchterungsversuche und Gewalt von Rechten fürchten, die sie als Gefahr für die nationale Sicherheit Russlands sehen. Ein Sprecher von amnesty international sagt gegenüber der britischen Internetseite PinkNews: „Amnesty hat ernste Bedenken, wie die russische Regierung mit den Rechten von Lesben und Schwulen umgeht. Es gab zahlreiche homophobe Angriffe in Russland, einige davon sehr ernst.“

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vom Jänner hat der mächtige Metropolit Kyrill gesagt, wenn man Homosexualität nicht als Sünde ansieht, würde das zu anderen sexuellen Perversionen führen. „Wenn man Homosexualität entschuldigt, warum dann auch nicht Kinderschändung“, so Kyrill.