„Null Toleranz“ am CSD Köln

Ein ungewöhnlich kämpferisches Motto hat sich heuer der Kölner CSD gegeben: „Null Toleranz! – für null Toleranz“ Mit Absicht: Da vielerorts auch nicht gerade zimperlich mit Lesben und Schwulen umgegangen wird, habe man sich ganz bewusst für dieses Motto entschieden, so die Veranstalter. „Wir wollen nicht länger dulden, dass unsere Rechte verletzt werden und unsere Würde von einigen Teilen der Gesellschaft mit Füßen getreten wird“, sagt Markus Danuser, Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentags, kurz „KLuST“.

Für Aufsehen sollen fiktive Vermisstenanzeigen sorgen, die während des CSD-Straßenfests vom 4. bis 6. Juli plakatiert werden. „Wir haben diese Form ausgewählt, weil bei Anzeigen dieser Art jeder hinguckt“, erklärt Danuser. Einer der „Vermissten“ ist Kardinal Joachim Meisner. „Wir zeigen Repräsentanten einer schwulen- und lesbenfeindlichen Haltung“, so Danuser. Es sei nicht hinnehmbar, dass Homosexuelle durch die katholische Kirche sowie in den meisten Strömungen des Islam diskriminiert würden. „Wichtig ist uns, dass wir nicht dazu aufrufen, diese oder andere Personen verschwinden zu lassen oder ihnen Gewalt anzutun. Diesen Hinweis haben wir auch auf jede Anzeige gedruckt“, erklärt Danuser.

Eine andere Anzeige zeigt den Berliner Rapper G-Hot, der mit Texten wie „Ich fahr mit zehn MG zum CSD“ gegen Schwule und Lesben hetzt. Weitere Anzeigen thematisieren Ausgrenzung und Intoleranz gegenüber Homosexuellen in der eigenen Familie, im Berufsleben sowie in der Schule. „Schwule Sau“ sei eines der beliebtesten Schimpfwörter auf Schulhöfen, so Danuser. Junge Menschen müssten frühzeitig lernen, Respekt vor Andersartigkeit zu haben.