Verursacht HIV-Medikament Hepatitis?

Die kanadische Gesundheitsbehörde und die Pharmafirma Janssen-Ortho warnen jetzt vor der Einnahme des HIV-Medikaments Prezista, weil es schwere Leberschäden hervorrufen kann. Das Mittel ist auch in der Europäischen Union zugelassen und wird im deutschsprachigen Raum eingesetzt.

Prezista wird meistens gemeinsam mit Ritonavir, einem anderen anti-retroviralen Medikament, erwachsenen Patienten verabreicht, bei den andere HIV-Therapien nicht wirken. In klinischen Versuchen haben 0,5 Prozent der Patienten eine Hepatitis bekommen. Seit das Medikament am Markt ist, dürften 13 Patienten bereits an Hepatits erkrankt und zwei daran gestorben sein. Außerdem gab es zwischen Mitte 2006 und Ende 2007 25 weitere Berichte von Leberschäden, die 14 Patienten nicht überlebten.

Noch ist nicht endgültig geklärt, ob Prezista oder andere medizinische Faktoren oder Medikamente die Leberprobleme hervorrufen. Die Patienten, die von den Lebererkrankungen betroffen waren, waren bereits in einem fortgeschrittenen HIV-Stadium, nahmen auch andere Medikamente oder hatten bereits eine Hepatitis-Infektion. Deshalb heißt es in der Warnung der Gesundheitsbehörde auch, dass bei Menschen mit bereits vorhandenen Leberproblemen wie Hepatitis B oder C die Risiken für Nebenwirkungen höher seien.

Wer das Medikament nimmt und an den klassischen Symptomen einer Leberkrankheit wie dunker Urin, gelbe Haut, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Erbrechen leidet, soll sofort seinen Arzt aufsuchen, so die Behörde. Ohne Absprache mit dem Arzt sollte Prezista auf keinen Fall abgesetzt werden, heißt es weiter.

Prezista ist der Markenname für den Wirkstoff Darunavir. Weitere bereits bekannte Nebenwirkungen des Medikamentes können Diabetes, Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Spannungsschmerzen sein.

Eine ähnliche Warnung vor den Nebenwirkungen von Pezista gibt es bereits seit März in den Vereinigten Staaten.

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