Daum relativiert schwulenfeindliche Aussagen

Für Aufsehen sorgen die Aussagen des ehemaligen Austria-Trainers Christoph Daum über Homosexualität und Fußball. In der Dokumentation „Das große Tabu – Homosexualität und Fußball“, die am 28. Mai im Deutschen Sportfernsehen (DSF) ausgestrahlt wird, erklärt der 54-Jährige, dass „wir aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind, vorzugehen“. Außerdem kritisiert er die Pläne des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), den Fußball künftig stärker für die Situation homosexueller Sportler zu sensibilisieren.

Für diese Aussagen erntet Daum jetzt seinerseits harsche Kritik. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck nennt die Äußerungen Daums „unerträglich“: „Daum diffamiert just zu einem Zeitpunkt, zu dem mit einem großen Fest im Beisein von DFB-Präsident Zwanziger vor dem Kölner Stadion erneut für die Unterzeichnung einer Erklärung gegen Diskriminierung und Homophobie im Fußball geworben wird, gegen Lesben und Schwule, indem er sie in die Nähe von Kinderschändern rückt“, ärgert sich Beck.

Der Sportdirektor des 1. FC Köln, Michael Meier, versucht, die Wogen zu glätten. Er meinte nach einem Gespräch mit seinem Coach: „Er will keine Gruppe diskriminieren. Er hat selbst viele Leute in seinem Bekanntenkreis, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben und mit denen er gut auskommt.“

Kurz darauf erläuterte und relativierte Daum selbst in einer vom 1. FC Köln verbreiteten Pressemitteilung seine Aussagen. „Grundsätzlich bin ich ein toleranter und liberaler Mensch. Ich habe keinerlei Berührungsängste zu homosexuellen Menschen. (…) Kinderschutz geht mir aber über alles. Kinder müssen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, ganz gleich ob von homo- oder heterosexuellen Menschen, geschützt werden. Deswegen arbeite ich auch aktiv bei der Organisation Power-Child e.V. mit“, heißt es darin.

Ob die gleichgeschlechtlichen Beziehungen in Daums Bekanntenkreis auch Profi-Fußballer betreffen, geht aus der Aussendung nicht hervor.