Tiroler Landjugend für Homo-Ehe und Adoption

Die Tiroler Landjugend ist viel liberaler als ihr Ruf: Rund 60 Prozent von ihnen sind laut einer aktuellen Studie der Tiroler Jungbauernschaft für eine gleichgeschlechtliche Ehe oder Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. Etwas mehr als die Hälfte kann auch sich vorstellen, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen. Befragt wurden rund 700 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren aus dem ländlichen Raum.

Gegen eine eingetragene Partnerschaft von homosexuellen Paaren war nur rund ein Drittel der befragten Jugendlichen. Beim Thema Adoption scheiden sich die Geister: Hier waren zwei von fünf Befragten gegen eine Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare.

Die Studie zeigt kurz vor den Tiroler Landtagswahlen: Die Mehrheit der klassischen jungen ÖVP-Wählerschichten in Tirol hat offenbar kein Problem mit gleichgeschlechtlichen Paaren. Für Jungbauernschaft, Bauernbund und deren Mutterpartei ÖVP ist diese Toleranz der kommenden Generation eine wachsende Herausforderung.

„Die Tiroler Landjugend präsentierte sich weltoffen und liberal“, ist der Landesobmann der Tiroler Jungbauernschaft Adi Moser stolz auf das Ergebnis. Claudia Hirn, Landesleiterin der Tiroler Jungbauernschaft und ÖVP-Jugendsprecherin sagt, in dieser Frage werde die Zeit für sich sprechen. Sie persönlich habe sich schon öfters für eine rechtliche Absicherung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesprochen.

Freunde, Familie, Heimat, Tradition sind nach wie vor noch die zentralen Werte der befragten Jugendlichen.