Schweiz: Militär feiert beim CSD mit

In Zürich werden die Queer Officers, das Netzwerk homoxexuell orientierter Offiziere der Schweizer Armee, offiziell mitmarschieren. Zwar nicht in Uniform, aber dennoch werden sie mit ihrem Barett als Militärangehörige deutlich erkennbar sein.

Anders als in den Vereinigten Staaten gibt es in der Schweiz und in Österreich kein Verbot für Lesben und Schwule, zum Militär zu gehen. Doch während in Österreich die sexuelle Orientierung der oberen Dienstränge als Privatsache gilt, gibt es in unserem Nachbarland bereits eine Diversity-Management-Weisung. Im Rahmen dieser Weisung soll in Kürze eine offizielle und verbindliche Grundlage für die Schulung junger Offiziere im Umgang mit Minderheiten ausgegeben werden.

Hinter der Weisung steht die Aufklärungsarbeit der Queer Officers und ihres Vorsitzenden Beat Lauper, seines Zeichens Oberst im Generalstab. „Wir wollen schon junge Offiziere im Umgang mit Problemen rund um die Sexualität im Dienst sensibilisieren“, sagt Lauper. Dabei geht es um alltägliche Dinge: Was ist zu tun, wenn Rekruten nicht mit einem Schwulen duschen wollen? Wie soll man mit verliebten Armeeangehörigen umgehen? „Da sind verbindliche Richtlinien wichtig“, betont Lauper. Dass das Detailkonzept wird vom stellvertretenden Chef der Armee betreut wird, zeigt das Gewicht, dass die Armee der Sache beimisst, so Lauper.

Doch auch Lauper weiß: Auch die besten Diversity-Management-Papiere richten gegen den testosterongeprägten Alltag der Armee wenig aus. Eine umfassende Ausbildung der Vorgesetzten ist aber ein wichtiger erster Schritt.