Berlin: Homo-Mahnmahl eingeweiht

In Berlin ist das Mahnmal zum Gedenken an die vom NS-Regime verfolgten Homosexuellen eingeweiht worden.

„Mit der heutigen Übergabe erinnern wir an eine Opfergruppe, die in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit wenig Beachtung fand“, so Kulturstaatsminister Bernd Neumann von der CDU bei der Feier. Er räumte zugleich ein, dass das Mahnmal „sehr spät“ errichtet worden sei. Immerhin: Nach Informationen des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschlands (LSVD) ist der letzte bekannte Betroffene 2005 verstorben.

Das Denkmal soll nicht nur an die Schrecken der Vergangenheit erinnern, sondern auch zum Ausdruck bringen, dass in Deutschland die Diskriminierung von Homosexuellen keinen Platz haben dürfe.

Das vom Bundestag im Dezember 2003 beschlossene Mahnmal besteht aus einem Betonkubus, in dem ein Endlosvideo mit zwei küssenden Männern zu sehen ist. Das nach den Plänen der skandinavischen Künstler Ingar Dragset und Michael Elmgreen errichtete Projekt war als Sieger aus einem künstlerischen Wettbewerb hervorgegangen. Es steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Holocaust-Mahnmal im Berliner Bezirk Mitte.

Das Berliner Denkmal ist nicht das erste in Deutschland, es gibt eines in Köln und in Frankfurt am Main, auch in der Hauptstadt selbst weist eine kleine Plakette am U-Bahnhof Nollendorfplatz auf die Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen hin. Ein Denkmal in Wien war geplant, wurde aber wegen Unrealisierbarkeit auf die lange Bank geschoben. Während des Nationalsozialismus waren über 50.000 homosexuelle Männer wegen ihrer Orientierung verurteilt worden, schätzungsweise bis zu 15.000 davon wurden in Konzentrationslagern inhaftiert.