Deutschland: Kritik an schwulem Bischofskandidaten

In der evangelischen Kirche Deutschlands gibt es derzeit einen heftigen Streit über die Kandidatur des offen schwulen Horst Gorski für das Schleswiger Bischofsamt. Trotz der scharfen Zurückweisung durch Synodenpräsident Hans-Peter Strenge erneuert die konservative „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Nordelbien“ ihre Kritik an dem derzeitigen Propst von Hamburg-Altona. Gorski würde als Bischof viele bibel- und bekenntnistreue Christen geistlich heimatlos machen, erklärte der Vorsitzende der „Sammlung“, Pastor Ulrich Rüß. Für die Ökumene wäre er eine Belastung.

Dagegen unterstützt die prominente Hamburger Bischöfin Maria Jepsen die Kandidatur Gorskis. Sie glaubt nicht, dass die Ökumene Schaden nehmen würde, erklärte sie gegenüber der Tageszeitung “Bild”: “Schon die Ehe ist in der römisch-katholischen Kirche im Normalfall ein Weihehindernis. Das kann also für uns nicht die Frage sein. Tatsächlich vertreten die Kirchen – auch innerhalb der evangelischen Kirchenfamilie – verschiedene Ansichten zur Sexualität.” Jepsen stand letztes Jahr in der Kritik, weil sie einen Gedenkgottesdienst für verfolgte Schwule geleitet hatte.

Am 12. Juni soll die Landessynode den Nachfolger von Bischof Hans Christian Knuth wählen, der nach 17 Dienstjahren Ende September in den Ruhestand tritt. Als „weiterer, untergeordneter Aspekt“ komme hinzu, dass Gorski Gründer einer Interessenvertretung für homosexuelle Pastorinnen und Pastoren sei, so Rüß. Nach der Heiligen Schrift widerspreche gelebte Homosexualität dem Willen Gottes.

Synodenpräsident Strenge hatte die Kritik der „Kirchlichen Sammlung“ zuvor entschieden zurückgewiesen und als „diffamierend“ bezeichnet. Es bestehe „ein breiter Konsens, dass die Homosexualität weder ein Hindernis für die Ordination noch für die Ausübung eines geistlichen Amtes ist“.