Schwulenfeindlicher FPÖ-Wahlkampf in Tirol

Mit schwulenfeindlichen Rundumschlägen versucht die FPÖ im Tiroler Landtagswahlkampf, sich vor dem vorausgesagten Wahldebakel zu retten.

Georg Willi, Klubobmann der Grünen im Tiroler Landtag, fasst die gröbsten Aussagen der letzten Tage empört zusammen: „Parteichef Strache sagt in Innsbruck, der offen schwule Landtags-Kandidat Gebi Mair sei der Grüne Beitrag zum Heizkostenzuschuss und die Grünen kümmerten sich nur um die ‚Wärmsten der Warmen‘. Der Landecker FPÖ-Spitzenkandidat Venier sagte auf einer Podiumsdiskussion in Zams wortwörtlich ‚Nein zur Schwuchtelehe'“, so Willi.

Die Aussagen der FPÖ überträfen noch jene der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Winter im Gemeinderatswahlkampf, meint der Grüne Klubobmann. „Eine so aggressive Hetze gegen politische MitbewerberInnen habe ich in dieser Form noch nie erlebt, das ist eine echte Bedrohung für Tirol“, schüttelt Willi den Kopf.

Auch die Initiative „Sozialdemokratie und Homosexualität“ (SoHo) ist emport: „Bereits im Wahlkampf 2006 attackierte FPÖ-Chef Heinz Christian Strache Lesben und Schwule in ganz Österreich. Diese Art der politischen Auseinandersetzung weise ich entschieden zurück, sie ist diskriminierend und auch eines Politikers und Menschen unwürdig“, so Peter Traschkowitsch, Bundsvorsitzender der SoHo.

Der Landesvorsitzende der SoHo Tirol, Karl-Heinz, nimmt – trotz der bevorstehenden Wahl – den Grünen Mair in Schutz: „Wir stecken in Tirol mitten im Landtagswahlkampf, trotzdem muss man auf solche Aussagen reagieren, denn hier zählt Solidarität für Lesben und Schwulen in Österreich, hier tritt der Wahlkampf an zweite Stelle. Man musste schon viel von den Freiheitlichen ertragen. Doch geschmacklose Aussagen und Verunglimpfungen des politischen Gegners sind kein politisches Alternativmodell. Straches Unverschämtheiten treffen nicht nur Lesben und Schwule, sondern bleibt letzten Endes an ihm selbst haften“, so Verfürth.