Kalifornien: Mehrheit für Homo-Ehe

Erstmals wird die Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen von einer Mehrheit der kalifornischen Wähler befürwortet. Nach einer aktuellen Umfrage sprechen sich 51 Prozent der Befragten für die Legalisierung der Ehe für Lesben und Schwule aus. 1977 stellten sich nur 28 Prozent der Wähler hinter die Homo-Ehe. Bei einem Volksentscheid im Jahr 2000 stimmte die Mehrheit der kalifornischen Wähler für eine Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau.

Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien hatte Mitte Mai grünes Licht für die Einführung der Homo-Ehe gegeben. Nach den Worten der Richter verstößt das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen gegen „das grundlegende in der Verfassung verbriefte Recht, eine Familie zu gründen“. Ab dem 17. Juni können lesbische und schwule Paare in Kalifornien offiziell heiraten, teilte die zuständige Behörde am Mittwoch mit. Auf den neuen Heiratsanträgen sollen die bisher üblichen Begriffe „Braut“ und „Bräutigam“ durch „Beteiligter A, B“ ersetzt werden.

Gegner der gleichgeschlechtlichen Heirat bemühen sich unterdessen um einen Verfassungszusatz, der die Ehe allein als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreibt. Konservative Gruppen haben bereits genügend Unterschriften für eine entsprechende Initiative bei den Wahlen im kommenden November gesammelt. Spricht sich die Mehrheit der Kalifornier für diesen Zusatz aus, wäre damit das Urteil des Obersten Gerichtshofes überstimmt und die Homo-Ehe unzulässig.