Türkei: Lesben- und Schwulenorganisation geschlossen

Die in der Türkei führende Gruppe für die Rechte von Schwulen und Lesben, Lambda Istanbul, muss sich nach einem Gerichtsurteil selbst auflösen. Nach Ansicht des Gerichts verstößt Lambda gegen „Gesetz und Moral“ sowie gehen Artikel 41 der türkischen Verfassung, in der „der Friede und das Wohl der Familie“ geregelt sind.

Lambda Istanbul wurde 1993 gegründet und im Mai 2006 als Verein anerkannt. Die Istanbuler Stadtverwaltung hat behauptet, die Statuten von Lambda wären unmoralisch, der Staatsanwalt hat dem Verein das Recht auf Versammlungsfreiheit abgesprochen.

In einer ersten Stellungnahme sagt Lambda Istanbul: „Wir interpretieren diese Vorfälle so, dass derzeit existierende lesbischwule Organisationen in der Türkei – ob als Initiativen oder registrierte Vereine – in die Illegalität gedrängt werden sollen. Anstatt ihre Existenz zu akzeptieren und ihre Grundrechte zu sichern, haben sich staatliche Institutionen entschlossen, lesbischwule Menschen zu verurteilen, in dem ihmen ihre Versammlungsfreiheit genommen wird.“

Lambda Istanbul wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Sie sind die erste lesbischwule Organisation in einem EU-Beitrittskandidatenland, die geschlossen wird.