Rom: Parade gegen Kirche und Berlusconi

Die umstrittene Parade in der italienischen Hauptstadt Rom verlief ohne Zwischenfälle. Über 10.000 Teilnehmer protestierten unter dem Motto „Gleichberechtigung jetzt!“ gegen die Regierung Berlusconi und Papst Benedikt XVI.

Für Aufregung hatte ein Verbot der Stadt gesorgt, in der Nähe der Basilika San Giovanni zu demonstrieren. Die Stadtverwaltung hatte argumentiert, dadurch könne ein Gottesdienst gestört werden. Zuvor hatte der erst im April neu gewählte konservative Bürgermeister Roms ein Verbot des CSDs gefordert, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Die Teilnehmer, die teilweise Bischofs- und Papstkostüme trugen, forderten die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Zwar hatte der ehemalige Ministerpräsident Romano Prodi 2006 die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften angekündigt, scheiterte aber am Widerstand in der eigenen Koalition. Die neue Mitte-Rechts-Regierung lehnt jegliche Gleichstellung von Homo-Paaren ab.

Die Demonstranten beschuldigten den Vatikan, die Homo-Ehe verhindert und sich damit in die inneren Angelegenheiten Italiens eingemischt zu haben. Sie warnten vor einer „klerikalen Diktatur“.