Homo-Partnerschaft: Altkatholiken und Protestanten für Gesetz

Die Ablehnung von homosexuellen Lebenspartnerschaften der römisch-katholischen Kirche wird nicht von allen christlichen Kirchen in Österreich geteilt. Klar für die gesetzliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen spricht sich die altkatholische Kirche aus. Die evangelische Kirche lehnt den Entwurf nicht grundsätzlich ab, ist aber um eine Abgrenzung zur Ehe bemüht.

Bei den zivilrechtlichen Aspekten ist der Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche geschlossen für das neue Gesetz. Bei „inneren Angelegenheiten“ wird es komplizierter: So werden bei der reformierten Kirche Helvetischen Bekenntnisses (H.B.) homosexuelle Paare bereits gesegnet, bei den Lutheranern (Augsburger Bekenntnis, A.B.) nicht. Der Oberkirchenrat beider Richtungen äußert sich deshalb in der Stellungnahme nicht dazu. Die evangelische Kirche sieht den Gesetzesentwurf „sachlich gut begründet“. Allerdings lehnt der Oberkirchenrat Textstellen ab, wonach mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz eine „Vorbildwirkung“ für die Modernisierung des Eherechtes verbunden sein soll und dass eine gegenseitige Anpassung oder weitere Gleichstellung der beiden Rechtsinstitute vorgenommen werden soll.

Erfreut über den Entwurf zeigt sich die altkatholische Kirche. Sie „anerkennt verantwortlich gelebte und auf Dauer angelegte homosexuelle Partnerschaften als sittlich wertvoll, weswegen solche Paare auch in einer kirchlichen Feier gesegnet werden können“. Lob gibt es in der Stellungnahme für die „gegenseitige Verantwortung der beiden Partner füreinander“, die im Gesetz vorgesehen ist. Und weiter: „Richtigerweise soll eine homosexuelle Lebenspartnerschaft eben keine ‚Ehe light‘ sein, sondern genau dieselben Pflichten und Rechte beinhalten wie eine Ehe zwischen Mann und Frau.“

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