Streit in anglikanischer Kirche um Hochzeit zweier schwuler Priester

Die anglikanische Kirche von England steht nach der Eheschließung zweier homosexueller Priester und wegen des schwelenden Streits um Frauen im Bischofsamt vor einer Zerreißprobe.

Der Bischof von London, Richard Chartres, hat eine Untersuchung angeordnet, nachdem zwei anglikanische Priester im vergangenen Monat in einer traditionellen Hochzeitszeremonie getraut wurden, wie britische Medien am Montag berichteten. Geleitet wurde die Zeremonie von Priester Martin Dudley, der seine Entscheidung verteidigte: „Ich wurde von meinem Freund und Kollegen gefragt, ob ich die Eheschließung leiten wolle. Natürlich wollte ich. Ich wollte aber sicher nicht meinen Bischof herausfordern. Ich habe die Trauung geleitet als pastorale Seelsorge für meinen Freund.“

Es handelte sich dabei nicht um die erste Eheschließung eines homosexuellen Paares in der anglikanischen Kirche. Bisher haben die Bischöfe gleichgeschlechtliche Trauungen aber ignoriert, da diese in einem kleineren Rahmen geschlossen wurden und nicht an eine traditionelle Hochzeitsmesse erinnerten. Bei der Trauung der beiden Priester im vergangenen Monat seien aber Ringe getauscht und Treueschwüre abgegeben worden.

Die Trauung der homosexuellen Pfarrer sei weder von der Diözese London noch von der Church of England genehmigt worden, hieß es in einer Erklärung des Londoner Bischofs.