„Büro der Erinnerungen“ erforscht steirische Homosexualität

Für das Projekt „l[i]eben“ macht sich das Landesmuseum Joanneum auf die Suche nach lesbischwulen Zeugnissen vergangener Tage: Briefe von der heimlichen Verehrerin, Coming-Out am Arbeitsplatz oder auch Fotos homosexueller Liebe in Zeiten, als diese noch strafbar war. Aus dem gesammelten Material soll 2009 ein Buch entstehen. Auch eine Ausstellung sei denkbar, meint Organisatorin Elisabeth Arlt aus dem „Büro der Erinnerungen“.

Für das Projekt arbeitet Arlt mit lesbischwulen Institutionen zusammen, Sie will persönliche Erinnerungsstücke, Erfahrungen und Erzählungen aus dem lesbischwulen Leben der Steiermark „zu einem Ganzen verweben“.

Gesucht werden daher Lesben, Schwule und Transgender jeden Alters, die bereit sind, ihre Geschichte zu erzählen oder einfach ihre Fotos, Briefe oder Tagebücher zur Verfügung zu stellen. Wer möchte, bleibt anonym, versicherte die Organisatorin. Die Interviews will die Organisatorin noch bis Jahresende führen und dann zu einem Buch verarbeiten.

Auf die Idee sei man nach dem Erfolg der Ausstellung „Geheimsache Leben“ in Wien gekommen. Sie habe die Notwendigkeit gezeigt, die „Geschichte des lesbischwulen Lebens und Liebens auch in der Steiermark wissenschaftlich zu behandeln“. Rund 20 Interviews habe Arlt bereits geführt und dabei auch schon einige sehr persönliche Geschichten gehört: „Ein 78-jähriger Transgender erzählte seine Erfahrungen – zum Beispiel wie er früher in die Psychiatrie gesteckt wurde und Diskriminierung erlebte“, so Arlt.