Zerbricht anglikanische Kirche an schwulen Priestern?

Konservative Mitglieder der Anglikanischen Kirche haben sich in Jerusalem getroffen, um bei einem Gipfel eine Spaltung ihrer Kirche zu verhindern. Hauptgrund der Differenzen zwischen Reformkräften und Konservativen ist die Frage, ob offen schwul und lesbisch lebende Geistliche ihr Amt ausüben dürfen.

„Die Gemeinschaft ist zerbrochen“, sagte der erzkonservative nigerianische Erzbischof Peter Akinola am Sonntag zum Beginn des einwöchigen Treffens, an dem mehr als 300 Bischöfe teilnehmen. Die Konservativen, die nach eigenen Angaben 35 der 77 Millionen Anglikaner vertreten, haben mehrfach von der Möglichkeit einer Spaltung gesprochen. Hintergrund ist insbesondere die Weihe des ersten bekennenden homosexuellen anglikanischen Bischofs in den USA.

In einem in Jerusalem verbreiteten Papier wurde jedoch auch auf andere Fragen der Bibel-Interpretation verwiesen, die strittig seien. Im kommenden Monat findet in England die Lambeth-Konferenz statt, bei der anglikanische Bischöfe alle zehn Jahre zur Abstimmung in Glaubensfragen zusammenkommen. Mehrere konservative Vertreter haben ihren Boykott angekündigt.