Kanada: Keine Soldaten beim CSD

Bei der Parade der kanadischen Stadt Hamilton durften heuer keine Vertreter des kanadischen Militärs bei der Parade mitmarschieren. Grund dafür war aber kein Verbot von Vorgesetzten, sondern der Einspruch von Einwanderern: Kanadische Soldaten sollen an Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan und Haiti mitverantwortlich sein.
Wie die Veranstalter des Hamilton Pride mitteilten, hätten Einwanderer gesagt, dass in ihren Heimatländern die kanadische Armee an Verbrechen beteiligt gewesen sei. Wegen diesen Berichten sei es dem Militär auch verboten worden, einen Stand am Straßenfest aufzustellen. 
Das Militär ist in Kanada seit 1992 fester Bestandteil von CSDs – damals fiel das Verbot für Schwule und Lesben, in die Berufsarmee einzutreten. 
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nannte die Anschuldigungen der CSD-Veranstalter absurd. Kanadische Truppen seien in keinem der Länder, in denen sie stationiert sind, je einer Menschenrechtsverletzung angeklagt worden. Sie wären vielmehr bei den Einheimischen beliebt und verteidigten deren Freiheit.
Hamilton hat etwa 500.000 Einwohner und liegt etwa 60 Kilometer südwestlich von Toronto.