Home Familie Ehe und Partnerschaft Küng: „Ja-Wort vor Standesamt irreführendes Zeichen“

Küng: „Ja-Wort vor Standesamt irreführendes Zeichen“

Familienbischof rechtfertigt Homo-Diskriminierung

Klaus Küng
Christian Jansky/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

„Ungleiches kann nicht gleich behandelt werden, ohne ungerecht zu werden“, rechtfertigt „Familien-Bischof“ Klaus Küng in einem Interview mit der Tageszeitung Die Presse die Ablehnung der römisch-katholischen Kirche zum Lebenspartnerschaftsgesetz. Die Familie erfülle nach den Worten des St. Pöltner Bischofs für die Gesellschaft wichtige Aufgaben, „die ein homosexuelles Paar nicht erbringen kann“.

Würde einer homosexuellen Partnerschaft die gleiche Rechtsstellung wie einer Ehe eingeräumt, käme dies einer „Bagatellisierung der Ehe“ gleich, so Küng. Der Bischof versteht nicht, warum anderen Lebensgemeinschaften wie zusammen lebenden Geschwistern nicht die gleichen Vorteile wie einer Homo-Partnerschaft eingeräumt werden.

Klaus Küng beim Nein zum Standesamt auf ÖVP-Linie

Küng sprach sich außerdem gegen jegliche Symbolik aus, die eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe ausdrückt: „Besonders das Ja-Wort vor dem Standesamt ist ein irreführendes Zeichen“, teilt er die Ansichten der konservativen Teile der ÖVP.

Außerdem hat Küng Angst vor dem im Entwurf stehenden absoluten Diskriminierungsverbot. Die Forderung nach einer Differenzierung dieser Formulierung bedeute nicht eine generelle Geringschätzung oder abwertende Beurteilung homosexuell geneigter Personen, stellte Küng zugleich klar. Es gehe aber darum, „dass für die Wahrnehmung bestimmter Aufgaben z.B. in der Kirche die Gesamtpersönlichkeit bestimmte Voraussetzungen mitbringen muss. Dazu gehört auch die sexuelle Orientierung“.

Katholische Kirche gegen „Ehe light“ – aber offen für „Ehe zero“

Kompromisse in Bezug auf die Partnerschaftsgesetzgebung seien für die römisch-katholische Kirche dort „denkbar, wo es um Anliegen wie die Bereitschaft zu gegenseitiger Fürsorge geht“. Dafür müsse man nicht Ehe- oder Familienrecht ändern, meint Küng.

Im Gegensatz zu Umfragen der letzten Jahre sieht Küng der Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite. Dass die evangelische Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften prinzipiell gutheißt, bedeute „eine gewisse Enttäuschung“ darüber, „dass manche, mit denen einen vieles verbindet, nicht mitziehen“.

Küng unterstrich seine Überzeugung, dass alle jene, denen die christlichen Werte wichtig sind, „die Lobbyingarbeit verbessern und die Stimme möglichst auch gemeinsam erheben sollten, um die für jedes Volk grundlegenden Werte zu verteidigen“. Damit könnte „viel Positives erreicht“ und „so manche Katastrophe vermieden werden“, sagte Küng.