Viele Hausärzte erkennen HIV nicht

Viele Menschen, die erste HIV-Symptome zeigen, werden in Großbritannien nicht richtig diagnostiziert, kritisiert der National AIDS Trost (NAT). In einer Studie kam heraus, dass fast die Hälfte derer, die wegen einer möglichen HIV-Infektion zum Arzt gingen, falsch diagnostiziert wurden.

Die klassischen Erstsymptome einer HIV-Infektion sind Halsschmerzen, Fieber und ein Hautausschlag. Sie treten bei 70-90 Prozent der Infizierten in den ersten sechs Wochen auf.

Die britischen Ärzte erkennen die Zeichen der tödlichen Erkrankung aber oft nicht – sie denken oft, es handle sich um eine normale Viruserkrankung. Dementsprechend lauten die Diagnosen oft „Vielleicht ist es Pfeiffer’sches Drüsenfieber“ oder „Kommen sie in zwei Wochen wieder, wenn es nicht besser wird“.

Diese Unwissenheit der Ärzte ist gemeinsam mit dem Risikoverhalten der Patienten eine gefährliche Mischung: Wie die Studie weiters herausgefunden hat, werden 30-50 Prozent der Neuinfektionen von Leuten weitergegeben, die sich erst relativ frisch infiziert haben. Deshalb ist es wichtig, gerade diese Leute zu testen, um die Verbreitung von HIV einzudämmen. Deborah Jack vom NAT erläutert: „Präventionskampagnen schaffen es zur Zeit nicht, die Symptome einer frühen HIV-Infektion zu kommunizieren. Auch, wenn es wichtig ist, zu sagen, dass nicht jeder dieses Symptome haben wird: Mehrheitlich ist das eine einmalige Chance zur Frühdiagnose. Und HIV in dieser frühen Phase zu erkennen, könnte eine bedeutende Rolle bei der Verminderung der HIV-Infektionen in Großbritannien spielen. Unser Rat ist simpel: Wenn du glaubst, mit HIV infiziert worden zu sein, geh sofort zum Arzt. Warte nicht.“ Moderne Tests können den Virus 12 Tage nach der Infektion diagnostizieren.

In Großbritannien leben derzeit mehr als 80.000 Menschen mit HIV. Ein Drittel davon weiß von seiner Infektion nichts, bei einem weiteren Drittel wurde die Erkrankung zu spät erkannt.

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