Liberales Forum: Heide Schmidt zurück

Der Wahlkampf um den Nationalrat ist um eine interessante Facette reicher: Heide Schmidt, Gründerin des Liberalen Forums (LIF), tritt nach zehn Jahren Pause wieder für ihre Partei als Spitzenkandidatin an. Das sagte sie heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz. Auch ein anderes liberales Urgestein kehrt zurück: Der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner soll Wirtschaftssprecher und Vorsitzender des Unterstützungskomitees für Schmidt werden.

Schmidt war 1993 aus der Haider-FPÖ ausgetreten und hatte gemeinsam mit vier weiteren freiheitlichen Abgeordneten das Liberale Forum gegründet. Nach ersten Erfolgen waren die Liberalen aber 1999 wieder aus dem Parlament geflogen. Schmidt trat als Konsequenz daraus als Parteichefin zurück, das LIF konnte seitdem politisch keine Rolle mehr spielen.

Wenn es das LIF ins Parlament schafft, wollen sie auch Teil einer Dreierkoalition werden. Bei der Pressekonferenz präsentierte man sich als einzige Alternative zu Partnern wie der FPÖ und dem BZÖ.

Schmidt sagte, sie hat nicht daran geglaubt, noch einmal bei einer Wahl anzutreten. „Ich hatte mit diesem Kapitel für mein persönliches Leben eigentlich abgeschlossen. Was sie schließlich doch überzeugt hatte, sei die derzeitige politische Situation gewesen, auch das LIF sieht im kommenden Urnengang im September eine Richtungswahl.“, so Schmidt bei der Pressekonferenz des LIF.

Für Lesben und Schwule ist die Entscheidung Heide Schmidts, wieder anzutreten, besonders interessant: Das Liberale Forum war immer für die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. Deshalb hatte es in der Community immer einen soliden Rückhalt. Als Teil einer Regierung könnte durch das LIF die Homo-Partnerschaft auch in Österreich Wirklichkeit werden.

Die Reaktionen der anderen Parteien sind skeptisch: Mit Distanz reagieren die Grünen auf das Antreten des Liberalen Forums. „Das LIF ist mit der heutige vorgestellten Spitzenkandidatin 1999 aus dem Parlament geflogen“, stellt die Bundesgeschäftführerin der Grünen, Michaela Sburny, fest. Und BZÖ-Chef Gerald Grosz nannte das LIF „ein LinksForum bestehend aus Millionären und Nadelstreifsozialisten“, um anschließend mäßige Englischkenntnisse zum Besten zu geben: „The Sargnagel retourns“, richtet Grosz den österreichischen Medien aus.