Malaysia: 16 Transsexuelle bei Beauty-Contest festgenommen

In Kelantan, dem konservativsten Bundesstaat Malaysias hat die islamische Religionspolizei am Wochenende 16 Transsexuelle festgenommen, die an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen wollten. Kelantan wird seit Jahren von der islamistischen Partei PAS regiert.

Es habe Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben, dass sich eine Gruppe von Männern in Frauenkleidern in einem Ferienort aufhielte, erklärte das örtliche Religionsministerium. Zirka 50 Transsexuelle seien bei der darauf folgenden Razzia der Polizei geflohen und hätten sich so der Festnahme entzogen. Nach Angaben des Ministeriums drohen den „Tätern“ bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Ringgit (rund 200 Euro).
Selbst einvernehmliche homosexuelle Handlungen werden in Malaysia bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung bestraft. In einigen Regionen gilt außerdem die islamische Scharia: Schwule könnten dort zum Tode verurteilt werden.

Als Zufluchtsort für viele Homo- oder Transsexuelle gilt die relativ liberale Hauptstadt Kuala Lumpur. Hier hat sich eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird.