FPÖ schließt Karlheinz Klement aus

Der durch extrem schwulenfeindliche Sager aufgefallene Kärntner FPÖ-Abgeordnete Karlheinz Klement wurde heute „mit sofortiger Wirkung wegen parteischädigendem Verhalten aus der FPÖ ausgeschlossen“. Das teilt die FPÖ um 15.25 Uhr durch eine knappe zweizeilige Presseaussendung mit. Eine nähere Begründung dazu gibt es vorerst nicht.

Dass Klement im neuen Nationalrat nicht mehr vertreten sein wird, war schon vorher klar: So hat Parteichef Heinz Christian Strache dafür gesorgt, dass Klement, der auch stellvertretender Parteiobmann war, vom ersten Platz der Kärntner Landesliste auf den unwählbaren vierten zurückgereiht wird.

Das Verhältnis Klements zur Homosexualität ist über die Jahre dokumentiert: Im Parlament zitiert er im Dezember 2007 in einer Rede eine dubiose Studie: „Das heißt, es gibt einen sehr engen Zusammenhang zwischen sexuellem Kindermissbrauch und Homos und im Gay-Report geben 73 Prozent aller Homos an, dass sie gierig auf Sex mit Jugendlichen oder noch jüngeren Buben waren und sich an ihnen sexuell vergangen haben. Wer also für gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare eintritt, macht sich indirekt des Kindesmissbrauchs schuldig“, so Klement damals im Hohen Haus wörtlich.

Vor einem Monat bekräftigt er im Nachrichtenmagazin „profil“, Homosexualität sei für ihn „nicht normal, sondern wider die Natur.“ Auch im Tierreich, etwa bei Enten, würde sie nicht vorkommen, auch wenn dies immer wieder behauptet würde. „Homosexualität ist eine Kultur des Todes“, schließt Klement daraus.

Kurz danach fürchtet er die „EU-Homo-Lobby“: So gebe es laut Klement in der EU eine „Homolobby, die unglaublich viel Macht ausübt“. Selbst in den Schulen würde schon eine „Homosexualisierung“ stattfinden, so Klement auf einer Pressekonferenz.

Aber nicht nur mit schwulen Männern, auch mit Frauen dürfte Klement ein Problem haben. Er stellte sich gegen das Bild, dass Gewalt in Familien vor allem männlich sei. 46 Prozent der Täter seien Frauen – „Gewalt in Familien ist weiblich“, folgert Klement.

Dass die FPÖ Lesben und Schwulen gegenüber freundlicher wird, darf trotzdem bezweifelt werden. Dafür sorgen Abgeordnete wie Johann Gudenus, Obmann des Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ). In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ sagte er kürzlich : „Eine Homo-Ehe kann aber per se keine Kinder hervorbringen. Ehepaare mit Kindern erhalten ja Förderungen, weil sie einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Homosexuelle Paare tun das nicht, deshalb sollten sie auch nicht privilegiert werden.“