Europride: Anschlag auf schwulenfreundliche Kirchen

Im Vorfeld der Europride gibt es in der schwedischen Hauptstadt Stockholm immer mehr Vorfälle gegen Lesben und Schwule.

So wurden Mittwoch morgens erneut zwei schwule Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen. Drei Männer zwischen 17 und 20 Jahren haben die beiden gegen 4.20 Uhr vor einem Kiosk angegriffen, erklärt die schwedische Polizei der Zeitung „Sveriges Nyheter“: „Die Männer haben ihre Opfer angepöbelt, ohne proviziert worden zu sein. Sie haben die Parade erwähnt und dass die Opfer schwul seien.“ Dann hätten sie auf ihre Opfer eingeprügelt, die dabei leichte Verletzungen erlitten. Eine Polizeistreife konnte die mutmaßlichen Täter eine halbe Stunde später festnehmen. Die Polizei wertet die Tat als Hassverbrechen.

Dieser Angriff ging glimpflicher aus als ein Überfall am Sonntag: Zwei Männer wurden ebenfalls wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen, eines der Opfer erlitt eine Stichwunde im Bauch.

Die liberale lutherische Kirche wurde unterdessen zur Zielscheibe radikaler Christen: Drei Gemeinden, die auch bei der Parade am Samstag teilnehmen, wurden mit homophoben Plakaten beklebt. „Gestern haben wir entdeckt, dass unsere Kirche zugepflastert mit Flugblättern war, die Homosexualität als Irrweg beschrieben“, so Gunilla Linden, Pfarrerin in der Högalid-Gemeinde. „Es gab direkte Kritik an der Europride, aber auch an weiblichen Pfarrerinnen, lauter Musik und Tanzen“. Unterschrieben waren die Plakate von „Orthodoxen Christen“.

Derzeit finden in Stockholm im Rahmen der Europride diverse Veranstaltungen statt. Für die Abschlussparade am Samstag erwarten die Veranstalter mehr als 100.000 Besucher.