Massachusetts öffnet Homo-Ehe für alle Amerikaner

Das Parlament von Massachusetts hat ein Gesetz aus dem Jahr 1913 abgeschafft, das einst Hochzeiten zwischen Schwarzen und Weißen erschweren sollte, in den letzten Jahren aber zur Beschränkung der Homo-Ehe eingesetzt wurde. Der demokratische Gouverneur Deval Patrick, ein Befürworter der Ehe-Öffnung, hat bereits angekündigt, den Beschluss durch seine Unterschrift zu bestätigen. Die Gesetzesänderung tritt dann exakt 90 Tage später in Kraft.

Nach dem „Rassengesetz“ von Massachusetts dürfen Ehen nur geschlossen werden können, wenn diese im Heimatstaat beider Partner legal sind. Damals durften einheimische Schwarze und Weiße zwar heiraten, man wollte mit dem Gesetz aber Streitereien mit den Bundesstaaten vermeiden, in denen solche Ehen noch verboten waren. Nachdem das Verbot der interrassischen Ehe 1967 vom Obersten Gericht der USA für verfassungswidrig erklärt worden war, geriet das Gesetz in Vergessenheit. Es wurde erst vor wenigen Jahren vom damaligen republikanischen Gouverneur Mitt Romney – einem erbitterten Gegner der Homo-Ehe – ausgegraben. Er erklärte, dass damit Standesbeamte nur Ehe-Scheine an in Massachusetts lebende Schwule und Lesben ausgeben dürften.

Einige republikanische Abgeordnete sind zwar weiter gegen die Homo-Ehe, wollten aber nicht für das aus rassistischen Motiven eingeführte Gesetz stimmen. Sie argumentierten, dass in anderen Bundesstaaten Chaos ausbrechen könnte, wenn Homo-Paare dort ihre in Massachusetts geschlossene Ehe anerkennen lassen wollen. „Diese Argumentation ist ironisch, weil sie wortgleich 1913 von Befürwortern des damaligen Gesetzes gebraucht wurde“, erklärt Marc Solomon, Chef der Homo-Gruppe MassEquality. „Ich denke, die Geschichte hat gezeigt, welch armselige Begründung das ist. Wir können stolz darauf sein, dass wir als erste in diesem Land die Ehe geöffnet haben.“
Der oberste Gerichtshof von Massachusetts hatte Ende 2003 angeordnet, die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Vor einigen Monaten folgte der größte US-Bundesstaat Kalifornien der Argumentation, dass ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt.