Eine Million Menschen bei Paradenwochenende

Ein voller Erfolg wurden dieses Wochenende die Paraden in Stockholm, Amsterdam und Hamburg. Insgesamt haben in diesen drei Städten gut eine Million Menschen an den Veranstaltungen teilgenommen.

Bei der Europride in Stockholm blieben die Teilnehmerzahlen wegen strömenden Regens unter der Erwartung der Veranstalter. Trotzdem ließen sich etwa 45.000 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender vom Wetter nicht beirren und nahmen an dem farbenfrohen Marsch teil. Rund 450.000 Menschen säumten die Straßen. Nach Angaben der Polizei gab es bis zum Abend keinerlei Zwischenfälle. Im Vorfeld der Parade war es in Stockholm zu zwei Hassverbrechen gegen schwule Männer gekommen.

In Amsterdam fuhren tausende Schwule und Lesben beim 13. Canal Pride traditionell auf Booten und Kähnen durch die Grachten. Mit einer halben Million Zuschauern und Teilnehmern war es nach Angaben der Organisatoren die größte Homosexuellen-Parade in der Geschichte der niederländischen Hauptstadt. Zum Zeichen der politischen Unterstützung von Lesben und Schwulen nahmen erstmals Mitglieder der Regierung und Amsterdams Bürgermeister Job Cohen an dem Umzug teil. Hauptsponsor des Umzugs war heuer erstmals ein multinationaler Konzern, die ING Gruppe, eine der größten Banken Europas.

Und auch in Hamburg zogen rund zehntausend Schwule, Lesben, Trans- und Bisexuelle am Samstag bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) ausgelassen durch die Innenstadt. Auf 16 bunt geschmückten Festwagen feierten sie und demonstrierten für Gleichberechtigung und Akzeptanz. Mehrere zehntausend Zuschauer beobachteten das Spektakel vom Straßenrand aus. Viele ließen sich von der Party-Laune anstecken und reihten sich in den Zug ein.

Mit den weltweiten Paraden wird an den ersten Aufstand von Schwulen und Transvestiten gegen Polizeiwillkür im Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street erinnert.