Kamerun: Haftstafe für öffentliches Outing

In Kamerun ist der Herausgeber von „Nouvelle Afrique“, Biloa Ayissi, zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von einer Million CFA-Franc (rund 1500 Euro) verurteilt worden. Er hat – gemeinsam mit anderen Zeitungen – vor zwei Jahren eine Liste veröffentlicht, in der mehrere Persönlichkeiten des afrikanischen Landes als schwul geoutet wurden.

Unter den Personen auf der Liste war auch der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Gregoire Owona. Er hatte den Journalisten vor Gericht gebracht. Ayissi entging seiner Inhaftierung, weil er vor der Verkündung des Urteils das Gerichtsgebäude verließ.

Homosexualität wird nach Informationen des Deutschen Außenministeriums in Kamerun mit Gefängnis von 6 Monaten bis zu 5 Jahren bestraft. In der Praxis wird Homosexualität nicht systematisch, jedoch regelmäßig in Einzelfällen bestraft. Auch Ausländer waren bereits strafrechtlicher Verfolgung nach Artikel 347 ausgesetzt.