Iran: Todesstrafe für vier schwule Teenager

Der Iran will erneut vier junge Männer wegen angeblicher Homosexualität hinrichten.

Der 17-jährige Mehdi Pouran sowie Hamid Taaghi, Ebrahim Hamidi und Mohammad Rezai wurden wegen „homosexueller Taten“ im bereits Mai zum Tode verurteilt. Alle vier haben bestritten, schwul zu sein. Sie sagen, dass sie nur vor Gericht gestellt wurden, weil sie die Felder eines Vaters der vier verwüstet hatten, der sie daraufhin wegen Homosexualität angezeigt hat. Unter Folter hat die Polizei versucht, Geständnisse von den vier zu erpressen.

Die Burschen wurden nach einem Monat Haft auf Kaution freigelassen. Vor dem Berufungsgericht im nordiranischen Tabriz versuchte ihr neuer Anwalt, Mohammad Mostafaei, zu beweisen, dass drei Familienmitglieder des Klägers in erster Instanz falsch ausgesagt haben.

Trotzdem wurden die Todesurteile von den Richtern am 20. Juli beschlossen. Nach dem islamischen Recht sind solche Urteile auch zulässig, wenn es keine Zeugen oder Beweise gibt, sondern sie auf dem „Verständnis der Richter“ basieren.