Vorarlberg: Schwuler Samariter gekündigt

Für Aufregung sorgt in Vorarlberg die Kündigung eines Mitarbeiters des Arbeiter-Samariterbundes: Der Obmann der Vorarlberger Grünen, Johannes Rauch, behauptet, der Mann sei gegen seinen Willen geoutet und deshalb entlassen worden. Der Samariterbund bestreitet dies.

In seinem Blog berichtet Rauch, dass bei der Rettungsorganisation ein „seit 20 Jahren ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter“ entlassen worden sei, „weil seine Homosexualität gegen seinen Willen publik wurde.“ Dies habe gereicht, um daraus „unehrenhaftes Verhalten“ abzuleiten und den Mann vor die Tür zu setzen, so Rauch.

Der Betroffene, der anonym bleiben will, bestätigte den „Vorarlberger Nachrichten“ (VN) den Fall in einer schriftlichen Stellungnahme: „Als ‚unehrenhaft‘ wird vom Samariterbund meine Homosexualität angesehen“, schreibt er. Das nehme er nicht hin, „weil es rechtswidrig ist und eine Diskriminierung darstellt“. Außerdem lässt er „prüfen, ob Aussagen und Handlungsweisen des Samariterbundes nicht auch den Tatbestand der Rufschädigung erfüllen“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Der Arbeiter-Samariterbund (Motto: „Hilfe von Mensch zu Mensch“) widerspricht dieser Darstellung: Die Vorwürfe seien „ein kompletter Schwachsinn“, sagt Wolfgang Müller, stellvertretender Obmann des Arbeiter-Samariterbundes, in den VN: „Seine Homosexualität war vielen schon seit Jahren bekannt“. Der Ausschlussgrund sei, wie im Schreiben angeführt, unehrenhaftes Verhalten gewesen: „Der Mann hatte mit Schulungsteilnehmern aus einer Verantwortungsposition heraus Privatkontakte, und das tolerieren wird nicht. (…) Diese Kontakte waren von gewissen Leuten nicht gewollt“, so Müller.

Ob der Mann seine Schützlinge bedrängt hat oder aus dem Arbeiter-Samariterbund herausgemobbt wurde, sollen jetzt die Gerichte klären. Inzwischen ist gegen den Arbeiter-Samariterbund Klage beim Landesgericht Feldkirch eingebracht. Die Grünen wollen den Betroffenen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte unterstützen.

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