Lotto-Chef: Missverständliche Aussagen über Homosexualität in Asien

Das Rechtskomitee Lambda (RKL) ist über Aussagen empört, die Karl Stoss, Chef der Casinos Austria und Österreichischen Lotterien, in einem Radiointerview gemacht hat.

Stoss erklärte dort auch, welche humanitären Projekte er privat unterstützt. Zum Beispiel eine Klosterschule in Bhutan: „Da unterstützen wir eine der vielen Klosterschulen mit der Errichtung eines neuen Gebäudes, weil sehr junge Kinder in das Kloster abgegeben werden, und dort bis zum 18. (Lebens-)Jahr bleiben müssen, und dort eben eine relativ hohe Rate an Homosexualität auch besteht, und das war das Anlagen, daraus resultierend einen eigenen Trakt zu bauen, wo man die jüngeren Schüler unterbringt und von den älteren trennt“, so Stoss in dem Interview.

Dass Stoss pauschal von einer „hohen Rate an Homosexualität“ spricht, gegen die etwas unternommen werde, ist für das Rechtskomitee diskriminierend: „Herr Stoss spricht nicht von unfreiwilliger Sexualität oder sexuellen Übergriffen sondern von Homosexualität. Diese ist in seinen Augen hintanzuhalten. Ob er dieses Ziel verfolgt, weil Homosexualität für ihn an sich zu bekämpfen ist oder weil er Homosexualität mit (Kindes)Missbrauch gleichsetzt, kann dahingestellt bleiben. Beides ist erschreckend“, heißt es in einer Aussendung des RKL.

Diese Anschuldigungen weist Stoss von sich. In einer exklusiven Stellungnahme gegenüber GGG.at erklärt er: „Die Kinder leben in diesem Kloster teilweise unter fast menschenunwürdigen Verhältnissen. Zudem gibt es ein großes Problem mit sexuellen, vor allem homosexuellen Übergriffen. Diese hintanzuhalten muss im Interesse aller sein. Deshalb engagiere ich mich für dieses Projekt. Selbstverständlich sind meine Aussagen nicht als Kritik an Homosexualität per se zu verstehen. Sollte dies jemand so interpretiert haben, weise ich das mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.“