Kommt Hass-Sänger nach Österreich?

Neuen Wirbel gibt es um eine Europatournee des jamaikanischen Hass-Sängers Elephant Man (bürgerlich: O’Neil Bryan).

In seinen Texten ruft der 31-Jährige zur Ermordung von Schwulen auf. In „A Nuh Fi Wi Fault“ singt er unverblümt: „Queers must be killed! … Shoot them like birds“. Sein 2001 erschienenes Album „Log On“ wurde letzte Woche in Deutschland wegen der schwulenfeindlichen Texte auf den Index gesetzt. Es darf nicht mehr im Versandhandel verkauft, beworben oder an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden.

Im Oktober sind unter anderem Konzerte in München, Hamburg und Wien geplant. Volker Beck, Bundestags-Abgeordneter der Deutschen Grünen, will, dass der 31-jährige ein Einreiseverbot für den Schengen-Raum bekommt. „Wer in Jamaika zu Gewalt aufruft, soll in Deutschland kein Geld mit seiner Musik verdienen. Soviel Solidarität können die Lesben und Schwulen dort schon von uns erwarten“, erklärt Beck. Hass-Sänger Sizzla wurde bereits vom Deutschen Innenministerium für die Einreise in den Schengen-Raum gesperrt.

Am 10. Oktober ist ein Konzert im Wiener Gasometer geplant. Dagegen protestert der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder: „Ich habe heute den Verantwortlichen, ausgerechnet SP-Intimus ‚Muff‘ Sopper, (…) einen Brief geschrieben und gesagt, dass das Konzert abgesagt werden muss“, schreibt Schreuder in seinem Blog. Eine Reaktion Soppers steht noch aus.

Wer glaubt, Hass-Sänger wie Elephant Man stehen in der Musikbranche allein auf weiter Flur, irrt übrigens: So hat Puma im Jahr 2004 sein Lied „All Out“ für den Werbespot zu den Olympischen Spielen in Athen verwendet. Und unter Vertrag ist er bei P. Diddys „Bad Boys Records“.

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