Fürstin Gloria „Beten gegen Homosexualität“

Einen tiefen Einblick in das Weltbild konservativer Katholiken gab ARD-Moderatorin Sandra Meischberger in ihrer Sendung „Menschen bei Meischberger“. Zu Gast waren der erzkonservative Kölner Kardinal Joachim Meisner und die ehemalige Punk-Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Grund für den Auftritt: Die beiden haben zusammen ein Buch geschrieben. Was folgte, lieferte „tiefe Einblicke ins weltfremde Universum“, wie Spiegel online schreibt.

Nachdem Fürstin Gloria das Fehlen eines Schlosskaplans bedauerte und der Bischof Abtreibung mit Massenmord gleichsetzte, ging es auch um das Thema Homosexualität. Ins Spiel gebracht durch eine Frage, die Schauspielerin und bekennende Lesbe Maren Kroymann per Video stellte. Sie wollte wissen, ob die Grundlage für die Ehe die Liebe und gegenseitiger Respekt sei.

Der Kardinal murmelte ein „Ich habe Fronterfahrung“ und widersprach. „Ehe und Familie ist vom Schöpfer so gedacht, dass diese Modelle darin keinen Raum haben. Gott hat den Menschen in zwei Grundausführungen ins Dasein gerufen, nämlich als Mann und als Frau und zwar mit der Bestimmung, dass die Beiden sich ergänzen und eins werden“, so Meisner. Maischberger hatte die Geistesgegenwart nachzuhaken: „Hat er nicht auch die Homosexuellen geschaffen, der Schöpfergott?“ Der Kardinal daraufhin, leicht verunsichert: „Er hat den Menschen geschaffen“ Danach wies er darauf hin, dass „die nicht minderwertig“ seien. „Die“ waren in diesem Fall die Lesben und Schwulen.

Und auch Gloria von Thurn und Taxis bläst ins selbe Horn – trotz schwuler Freunde, und obwohl „der bayerische Hochadel das Prinzip der Gleichheit unter Sexualpartnern durchaus praktiziert“, wie Spiegel online süffisant bemerkt. „In allen großen Weltreligionen, die sich ernst nehmen (…) ist die Homosexualität als solche auch als contra natura beschrieben.“, erklärte Gloria. Was dagegen hilft? „Viel Beten“, erklärt die Fürstin, denn: „Der steinige, steile Weg führt in den Himmel. Der breite, bequeme Weg führt in die Hölle“, so Gloria weiter.

Wohin man als Schwuler also geradewegs komme, wollte Maischberger wissen. „Das haben Sie gesagt!“, konterte Durchlaucht, war aber damit noch nicht am Ende: „Das Kondom ist nicht gegen Aids.“ Nur Treue helfe. Zum Schluss der Diskussion kam die Einsicht der Fürstin: „Wir sind eine Kirche der Sünder – Shit happens!“, so Gloria.