Schwule Polizisten: Massenouting in Italien?

Italiens schwule Polizisten proben den Aufstand: Nachdem gegen einen Kollegen Ermittlungen aufgenommen wurden, weil er in Uniform eine schwule Internet-Wahl gewonnen hatte, planen seine schwulen Kollegen ein Massen-Outing.

Der 33-jährige Fabrizio Caiazza hat den „Sex Factor“-Wettbewerb der britischen Seite Gaydar gewonnen – mit einem Foto, das ihn in Uniform zeigt. Daraufhin wurden gegen ihn Ermittlungen eingeleitet. Ein Sprecher der Mailänder Polizei erklärte, Caiazza habe keine Erlaubnis beantragt, in Uniform beim Wettbewerb teilzunehmen. Es werde nun gegen ihn ermittelt, ob er die Polizei „in Verruf“ gebracht habe. Wird er für schuldig befunden, könnte er eine Geldstrafe erhalten oder sogar entlassen werden.

Für Caiazza ein Zeichen, wie schwulenfeindlich die italienische Polizei ist: „Viele Polizisten trauen sich nicht aus dem Versteck, weil sie dann mit Nachteilen rechnen müssten“, so Caiazza. Doch Polis Aperta, die neu gegründete Organisation von schwulen Polizisten, will dagegen ankämpfen: Man habe bereits mehr als 200 Mitglieder, hieß es, und dutzende von ihnen wollen beim ersten Treffen am 26. September erstmals öffentlich zu ihrer Homosexualität stehen.

Unterstützung bekommen sie dabei von Vladimir Luxuria, einer ehemaligen kommunistischen Abgeordneten, die selbst transsexuell ist. Sie habe selbst mit Diskriminierung kämpfen müssen, erklärte sie in einer Pressemitteilung. Luxuria gewann 2006 ein Mandat als Spitzenkandidatin ihrer Partei in Rom, verlor den Sitz aber wieder nach der herben Niederlage der Mitte-Links-Regierung im April 2008.