Salzburg: Kinderschänderprozess mit Verspätung

Mit Verspätung begann heute in Salzburg ein Prozess gegen zwei schwule Sextouristen: Die 62 und 67 Jahre alten Pensionisten waren nicht pünktlich um 9 Uhr vor Gericht erschienen. Einer der beiden Männer meldete sich krank, vom zweiten fehlte zunächst jede Spur. Erst gegen Mittag waren die Männer dann vor Gericht erschienen.

Die beiden Männer sollen während ihrer Marokko-Urlaube 2004 und 2005 gegen Bezahlung Sex mit drei minderjährigen Burschen gehabt haben. Die drei Opfer wurden extra zur Verhandlung nach Salzburg eingeflogen.

Laut Staatsanwaltschaft haben die Männer in der Nähe von Agadir einen Bungalow gemietet. Dort sollen sie die Burschen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, über einen Vermittler bekommen und anschließend missbraucht haben. Nach einem Hinweis durchsuchten die marokkanischen Behörden den Bungalow und stellten dabei "Spuren sexueller Handlungen und pornografisches Material" sicher, wie es im Amtsdeutsch heißt. Die Österreicher wurden in Marokko verhaftet, nach drei Tagen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Da sie gegen österreichisches Recht verstoßen haben sollen, wird ihnen auch hier der Prozess gemacht, "weil die heimischen Gesetze weltweit gelten", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Feichtinger.

Die Angeklagten leugnen jedoch alle sexuellen Handlungen. Sie hätten mit den Buben aus ärmsten Verhältnissen Mitleid gehabt und haben sie nur zum Essen einladen wollen, so die Pensionisten.

Bei den Ausflügen der Pensionisten nach Marokko war auch ein dritter Mann dabei, ein ehemaliger Pfarrer. Gegen ihn wurde ein gesondertes Verfahren durchgeführt, das mit einem Freispruch mangels Beweisen endete.