Molterer: „Homo-Partnerschaft kommt auf jeden Fall“

Während des Wahlkampfs wurde ÖVP-Spitzenkandidat Wilhelm Molterer gerne wegen seiner salbungsvollen Art als „Pater Willi“ bezeichnet. Bei der ORF-Sendung „Wahl ’08 – Ihre Frage“, einer Diskussionssendung mit Jugendlichen, hat er sich jetzt von den konservativen Kräften der ÖVP emanzipiert.

So sagte er, dass eine Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare nach der Wahl beschlossen wird. Molterer: „Es darf keine Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Partnern geben.“ Molterer stellte klar, dass er diese „kritische Diskussion“ innerhalb der ÖVP persönlich beendet habe.

Auf die Rückfrage von Moderator Roman Rafraider „Die Kirche sagt: Die Homosexualität ist eine Krankheit, die geheilt gehört“, meinte Molterer dann: „Herr Rafraider, da sind Sie im 19. Jahrhundert. Ich bin im 21. Jahrhundert.“

Auf einen Einwand Rafraiders, dass dies die Position der Kirche sei, meinte Molterer wörtlich: „Ist die Kirche ein Maßstab für mich?“.

Roman Rafreider zeigte sich darüber erstaunt: „Das habe ich gedacht.“ Daraufhin Molterer: „Da haben Sie vielleicht falsch gedacht. Ich habe meine persönlichen Maßstab und ich respektiere jede individuelle Entscheidung des Menschen, weil er es aus seinem Gewissen her verantwortet und das ist mein Maßstab. Glauben Sie wirklich, ich brauche den Bischof Laun dazu. Nein, wirklich nicht!“

Allerdings blieb Molterer die Antwort schuldig, welche Rechte und Pflichten mit einer von der ÖVP beschlossenen Eingetragenen Partnerschaft verbunden sind. Der Gesetzesentworf eines Lebenspartnerschaftsgesetzes, den ÖVP und SPÖ gemeinsam ausgearbeitet haben, wurde von einem überwiegenden Teil der lesbischwulen Organisationen Österreichs wegen seiner mangelnden Qualität abgelehnt.

Links zum Thema

  • GGG.at: Schwerpunkt Nationalratswahl ’08